Die niederländische Fahrzeugbehörde RDW hat Tesla eine europäische Typgenehmigung für FSD (Supervised) mit vorläufiger Gültigkeit in den Niederlanden erteilt. Es ist die erste offizielle Zulassung dieser Art in der Europäischen Union: Das System darf ab sofort auf öffentlichen Straßen in den Niederlanden legal genutzt werden.
Die RDW betont, dass es sich um ein fortschrittliches Fahrerassistenzsystem handelt und nicht um ein autonomes Fahrzeug. Die Genehmigung erfolgte auf Grundlage der UN-Regelung Nr. 171, die Systeme zur Fahrerunterstützung bei der Fahrzeugführung (DCAS) regelt und der Automatisierungsstufe 2 entspricht. Der Fahrer bleibt für das Fahrzeug verantwortlich und muss jederzeit bereit sein, sofort einzugreifen. Zwar müssen die Hände nicht ständig am Lenkrad bleiben, doch das Fahrzeug überwacht die Aufmerksamkeit des Fahrers über Sensoren, die Augenstellung und Übernahmebereitschaft prüfen; bei wiederholter Unaufmerksamkeit gibt das System Warnungen aus und kann sich vorübergehend abschalten.
Der Genehmigung gingen mehr als anderthalb Jahre Tests auf einer abgesperrten Teststrecke und auf öffentlichen Straßen voraus. Die RDW weist ausdrücklich darauf hin, dass sich die europäische Version von FSD (Supervised) von der US-Version unterscheidet: Sie läuft auf einer anderen Software und muss strengere EU-Anforderungen erfüllen, weshalb beide nicht direkt vergleichbar sind.
Die Genehmigung ist vorläufig und gilt derzeit nur in den Niederlanden. Eine Ausweitung auf andere EU-Länder erfordert zusätzliche Schritte: Andere Mitgliedstaaten können die Genehmigung national anerkennen, doch das geschieht nicht automatisch. Eine vollständige EU-weite Harmonisierung würde eine Prüfung durch die Europäische Kommission und eine Abstimmung der Mitgliedstaaten voraussetzen. Die Entscheidung öffnet FSD (Supervised) somit die Straßen eines EU-Landes und schafft einen Präzedenzfall, garantiert aber keine sofortige Verfügbarkeit im übrigen Europa.